Kreis Unna. Das Radverkehrskonzept, Radstationen, Leihräder, Aktionstage – so will der Kreis Unna für mehr Mobilität auf zwei Rädern sorgen. Auch der Aufruf von Landrat Michael Makiolla im Jahr 2018, die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs NRW (ADFC) zu unterstützen, zeigt das Engagement.

„Weil diese Initiative so erfolgreich gewesen ist und insgesamt mehr als 200.000 Unterstützer*innen gefunden hat, hat die Landesregierung versprochen, für NRW ein Fahrradgesetz zur Förderung des Radverkehrs zu erarbeiten“, so Makiolla. „Für das erfolgreiche Engagement wurde die Volksinitiative ‚Aufbruch Fahrrad‘ sogar mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet.“

Landrat sagt Danke
Zusammen mit dem Landesvorsitzenden des ADFC, Thomas Semmelmann, hat Landrat Makiolla sich in der Radstation der AWO-Tochtergesellschaft DasDies Service GmbH am Bahnhof Unna bei den Bürger*innen für diese Unterstützung bedankt. „Ein Landesfahrradgesetz kann insbesondere dafür sorgen, dass die notwendige Infrastruktur für die Radmobilität weiter verbessert wird“, so Makiolla.

Wolfgang Rickert, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der DasDies Service GmbH, wies daraufhin, dass der Kreis Unna Vorreiter bei der Einrichtung von Radstationen war. Der Kreis Unna hat bundesweit das dichteste Netz an Radstationen, die ein wachsendes Netz von angeschlossenen Radparkhäusern betreuen, die alle von der AWO Tochtergesellschaft betrieben werden.

 

Radfahren schützt gleich doppelt in der Corona-Krise: Es ersetzt den Transport in engen PKW und öffentlichen Verkehrsmitteln, es stärkt gerade beim sonnigen Frühlingswetter die Gesundheit und die Laune. Das erklären Wissenschaftler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  Die Radstationen der DasDies Service GmbH im Kreis Unna mobiliseren entsprechend: Ab Montag, 23.3.2020  bieten die Stationen für Rad-Reparatur und -wartung einen kostenfreien Abhol- und Lieferservice an. „Kleine Reparaturen wie etwa einen platten Reifen oder ein defektes Licht reparieren wir direkt mit unserem Werkstattwagen vor Ort“, erklärt Stefan Rose, Betriebsleiter der DasDies-Radstationen. Der Service gilt für alle Kommunen im Kreis Unna. Für alle, die gerade nicht über ein eigenes Zweirad verfügen, haben die Radstationen ein Sonderangebot: Für nur 35 Euro pro Woche können die moderne Tourenräder an den Stationen in Unna, Lünen Hauptbahnhof und Kamen ausgeliehen werden. Alternativ gibt es dort moderne E-Bikes für 75 Cent die Stunde im Fahrradverleih.

Beim Krisenbetrieb beachten die Radstationen die Auflagen der Landesregierung und denken vor allem an den Schutz der Mitarbeiter*innen wie der Kund*innen: „Wir reduzieren soziale Kontakte auf das Allernötigste und bündeln unsere Kräfte in den großen Stationen“, sagt DasDies-Geschäftsführer Maciej Kozlowski.. Die kleineren Stationen in Lünen-City, Werne, Schwerte und Bönen schließen deshalb bis auf Weiteres den Servicebereich. Die zentralen Stationen an den Bahnhöfen Unna, Kamen und Lünen werden montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr personell besetzt, um das Angebot in der Gesamtfläche des Kreises abzudecken. „Wenn Sie zur Station kommen, bitte halten Sie Abstand zu unseren Mitarbeiter*innen“, bittet Maciej Kozlowski: „Desinfektionsmittel stehen an den Eingängen bereit“.

Parken können die Kund*innen weiterhin in allen Stationen und Radparkhäusern in Bergkamen Rathaus/ZOB, Bönen Bahnhof, Holzwickede Bahnhof, Kamen Bahnhof, Kamen Willy-Brandt-Platz, Lünen Hauptbahnhof, Unna Bahnhof, Schwerte Bahnhof, Werne Stadthaus/ZOB und Werne Bahnhof. Das gilt für alle registrierten Kunden mit Prepaid-Chef, Monats- oder Jahreschip. Neue Kunden können sich vorübergehend nur in den Stationen Kamen Bahnhof, Lünen Hauptbahnhof oder Unna Bahnhof registrieren und ihren Chip abholen.

Servicenummer für Reparaturen, Leihrad und Abholservice: 02307-7199178, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Alle weiteren Informationen unter: www.die-radstationen.de, Serviceaufträge auch online unter www.radstation.ruhr.

 

09.07.2019 | 20-jähriges Bestehen der Radstation am Bahnhof Kamen und die Eröffnung des ersten innerstädtischen Radparkhauses auf dem Willy-Brandt-Platz - am Freitag gab es in Kamen gleich doppelten Grund zum Feiern. „Wir haben schon vor 20 Jahren den Anspruch gehabt, umweltfreundliche Mobilität und Soziale Arbeit zusammenzubringen. Das ist nun seit 20 Jahren gelungen und etwas, worauf wir stolz sein können“, so Hartmut Ganzke, Vorsitzender vom AWO Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems, bei der Feier am Bahnhof.

Mit der im Frühsommer 1999 eröffneten Radstation sei ein gutes Angebot geschaffen worden, das von den Menschen angenommen werde, so Ganzke weiter. Dies liege an den engagierten Mitarbeitern und der Ausweitung des Service-Angebots und ebenso an der gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Träger, Stadt und dem Kreis Unna. Er wies dazu darauf hin, dass im Kreisgebiet durch die Radstationen mittlerweile mehr als 20 neue Anstellungen in Vollzeit - auch für Menschen mit Behinderungen - entstanden seien.

Dass die Station am Bahnhof über 3000 registrierte Kunden hat, lobte Bürgermeisterin Elke Kappen, die mit dem Rad zum Termin angereist war. „Die Station hat einen guten Ruf und das ist nicht selbstverständlich“, so die Bürgermeisterin, die die Einrichtung am Bahnhof als klaren Standortvorteil für die Stadt bezeichnete. „Nirgendwo in Deutschland gibt es ein so dichtes Netz von Radstationen wie im Kreis Unna. Diese Stationen stehen nicht isoliert voneinander, sondern sind Teil eines Verbundes“, sagte Landrat Michael Makiolla stolz. Auf dem bisher Erreichten wolle man sich aber nicht ausruhen. „Wir möchten diese Stationen zu Mobilitätszentren machen, wo eine Verknüpfung zwischen Individualverkehr, Radverkehr, Car-Sharing und Fahrradausleihe stattfndet.“ So soll es künftig möglich sein, mit einer App nicht nur Fahrkarten zu buchen, sondern sich auch Zutritt zu den Stationen zu verschaffen. „Dadurch schaffen wir gemeinsam die Voraussetzungen für eine umweltgerechte Mobilität in der Region. Das ist ein wichtiger Baustein, um den Kampf gegen die Folgen des Klimawandels erfolgreich führen zu können“, so der Landrat. Auch ADFC-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann lobte den hohen Qualitätsstandard der Einrichtung. „Das ist gelebte Radverkehrsförderung“ - damit meinte er nicht nur die Station am Bahnhof, sondern ebenso das neue Radparkhaus in der Innenstadt. Dies sei innovativ und mit einem „riesengroßen Qualitätsstandard“ ausgestattet.

Die Eröffnung des Radparkhauses am Willy-Brandt-Platz lockte zur Wochenmarktzeit viele Interessenten an. Der Pavillon gegenüber der Sparkasse, in dem vorher ein Reisebüro untergebracht war, sei wegen seiner zentralen Lage ein Glücksfall, so Bürgermeisterin Kappen, die die elektrische Schiebetür des Parkhauses mit einem der Chips öffnete, die ab sofort an verschiedenen Ausgabestellen wie der Fahrtwind-Zentrale und der Radstation am Bahnhof gegen eine Kaution von 20 Euro zu bekommen sind.

Danach strömten viele Besucher in das Radparkhaus. Gleich mehrfach demonstrierte Matthias Breuer, Fahrradbeauftragter der Stadt, wie die Räder in die Doppelstockparker, beziehungsweise einem der drei Fahrradkarussells untergebracht werden. Das von der Stadt und der Awo-Tochter „DasDies Service“ betreute Radparkhaus ist videoüberwacht und in das elektronische Zugangssystem der Radstationen des Kreises eingebunden.

„Kommen Sie mit dem Rad in die Stadt, stellen Sie dieses und ihre Einkäufe hier sicher ab und treffen sich dann noch mit netten Menschen auf einen Café in einem der gastronomischen Betriebe“, warb Kappen für die Nutzung, die eine gute Kombination zwischen der Stärkung des Einzelhandels, der Wirtschaftförderung und des Klimaschutzes ermöglichen soll. Weitere Infos zum neuen Fahrradparkhaus in der Innenstadt gibt es unter: www.fahrrad-kamen.de/radparkhaus

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